Ausstellungseröffnung: Carsten Hahn – Grobes Korn

Ein Bilderzyklus vom Eindruck des Unfertigen

Das grobe Korn hat keinen guten Ruf. In einer Zeit, in der Bilder möglichst scharf, glatt und rauschfrei sein sollen, gilt es oft als Fehler. Etwas, das man entfernt.

Dabei entsteht es genau dort, wo Fotografie spannend wird: in schwierigen Lichtsituationen, schnellen Bewegungen oder Momenten, die keine zweite Chance bieten. Das Korn erzählt von diesen Bedingungen. Es macht sichtbar, dass ein Bild nicht im Studio entstanden ist, sondern mitten im Leben.

Es wirkt roh, unperfekt und manchmal fast unfertig. Gerade deshalb lenkt es den Blick auf das Wesentliche. Es nimmt der Fotografie den Anspruch auf Perfektion und gibt ihr etwas zurück, das oft verloren geht: Charakter.

Ein technisch makelloses Bild lässt sich planen. Ein Bild, das berührt oder im Gedächtnis bleibt, folgt anderen Regeln. Es lebt von Atmosphäre, vom richtigen Augenblick und davon, dass nicht alles kontrollierbar ist.

Fein gedruckt auf „IGEPA Icon Rough“ zeigt das grobe Korn seine eigentliche Stärke. Es wird Teil des Bildes, statt dessen Makel zu sein. Es verleiht Flächen Tiefe, Licht Struktur und Geschichten Glaubwürdigkeit.

Vielleicht ist das grobe Korn gar kein Fehler. Vielleicht erinnert es uns einfach daran, dass das Leben selbst selten perfekt ist – und genau darin seine Schönheit liegt.

Ausstellungseröffnung: 7. Juli – 18 Uhr